Warum moderne Druckdienstleister heute weit mehr leisten als nur zu produzieren

Drucker Markus Roß über Print als End-to-End-Service

Die Rolle von Print Service Providern verändert sich aktuell spürbar. Während PSPs über viele Jahre primär als Produktionspartner wahrgenommen wurden, entwickeln sich moderne Anbieter zunehmend zu ganzheitlichen Prozess- und Kommunikationspartnern von Marken. Statt einzelne Druckaufträge isoliert abzuwickeln, begleiten sie heute immer häufiger komplette Kommunikationsprozesse — von der Vorlagenerstellung bis hin zu Beschaffung, Logistik und markenkonformer Aussteuerung.

Gerade für Printbuyer ist diese Entwicklung hochrelevant. Denn viele Herausforderungen entstehen heute längst nicht mehr im eigentlichen Druckprozess, sondern in den Abläufen rundherum.

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Published: 18.6.2026  | Photo / Video: Youtube, Rossimedia

Die eigentliche Herausforderung liegt oft nicht im Druck

In vielen Unternehmen sind die Prozesse zum Druck der Werbemittel historisch gewachsen. Unterschiedliche Standorte arbeiten demzufolge mit eigenen Dateien, Vorlagen existieren mehrfach. Selbst kleine Anpassungen verursachen dann lange Abstimmungsschleifen. Gleichzeitig steigen die Anforderungen der Nutzer dieser Werbemittel an Geschwindigkeit, Qualität und Verfügbarkeit kontinuierlich. Unternehmen erwarten heute Prozesse, die einfach funktionieren — schnell, digital und konsistent.

Die eigentlichen Probleme entstehen also häufig nicht in der Produktion selbst, sondern in den Prozessen davor und danach. Was ursprünglich als flexibel galt, entwickelt sich mit zunehmender Unternehmensgröße oft zu einer komplexen und schwer steuerbaren Struktur. Moderne PSPs sind in einer hervorragenden Position, diese Probleme zu lösen.

Vom Produktionspartner zur Kommunikationsinfrastruktur

Denn immer mehr von ihnen verstehen sich heute nicht mehr ausschließlich als reine Produzenten von Drucksachen, sondern als Teil der Kommunikationsinfrastruktur ihrer Kunden. Der Fokus verschiebt sich dabei deutlich: weg vom einzelnen Druckprodukt — hin zum gesamten Prozess, der davor und dahinter liegt.

Folgerichtig beschäftigen sich moderne PSPs intensiv mit der Frage, wie die Markenkommunikation ihrer Kunden in ihrer Gesamtheit effizienter, konsistenter und einfacher organisiert werden kann. Mehr und mehr umfassende Lösungen entstehen: zentrale Markenplattformen, digitalisierte Proofing- und Freigabeverfahren, standardisierte Vorlagen-Bibliotheken oder digitale Bestellumgebungen sorgen dafür, dass Kundenunternehmen ihre Kommunikationsmittel deutlich strukturierter organisieren können.

Wer als Printbuyer umgekehrt Print heute weiterhin ausschließlich als klassischen Einkaufsvorgang betrachtet, schöpft viele Potenziale moderner Printservices nicht mehr vollständig aus. Die Zusammenarbeit mit PSPs entwickelt sich zunehmend von der reinen Beschaffung hin zur gemeinsamen Prozessgestaltung.

Markenstärke entsteht durch Konsistenz

Marke beginnt und endet heute nicht beim Corporate-Design-Manual. Markenstärke entsteht nicht ausschließlich durch gutes Design oder kreative Kampagnen-Architekturen. Sie entsteht auch und vor allem durch Konsistenz.

Denn Unternehmen wirken dann stark auf ihre Zielgruppen, wenn ihre Marke über alle Kontaktpunkte hinweg einheitlich wahrgenommen wird — unabhängig davon, ob es um Geschäftsausstattung, POS-Materialien, Fahrzeugbeschriftungen oder Verpackungen geht. Entscheidend ist, wie konsequent Markenstandards im operativen Alltag umgesetzt werden können. Genau dort entstehen häufig die größten Reibungsverluste — aber gleichzeitig auch enorme Potenziale.

Die beschriebenen Prozesse und Strukturen schaffen hier Erfolgsfaktoren, denn sie sorgen dafür, dass Marken im Alltag reproduzierbar konsistent bleiben – gerade für größere Markenartikler mit vielen Standorten oder Vertriebseinheiten.

Die Erwartungen an Prozesse verändern sich

Hinzu kommt ein gesellschaftlicher Faktor: Die Erwartungshaltung innerhalb von Unternehmen hat sich massiv verändert.

Mitarbeitende sind privat an hochgradig vereinfachte digitale Prozesse gewöhnt. Selbst komplexe Produkte bestellen sie mit wenigen Klicks, Informationen sind jederzeit verfügbar und Apps oder Webanwendungen funktionieren intuitiv: Consumerization of IT. Diese Erwartungen übertragen Mitarbeitende auch auf B2B- und Printprozesse.

Niemand möchte heute noch Dateien per E-Mail versenden, Freigaben manuell organisieren oder alte Vorlagen in lokalen Ordnerstrukturen suchen. Und wenn solche Verfahren keine Freude machen, werden sie nicht angewendet, oder es entstehen Fehler. Auch außerhalb der Druckbranche sind einfache Self-Service-Lösungen, transparente Prozesse und jederzeit verfügbare Systeme das Gebot der Stunde.

Moderne Printservices reagieren darauf. Sie reduzieren Komplexität und standardisieren Abläufe.

Auch Printbuyer müssen Prozesse neu denken

Umgekehrt können Printbuyer aus dieser Entwicklung viel mitnehmen. Denn häufig werden aus Kosten-, Bequemlichkeits- oder Kapazitätsgründen in ihren Organisationen bestehende interne Abläufe über Jahre mitgeschleppt, obwohl sie längst nicht mehr zeitgemäß sind. In solchen Fällen kann gerade die Zusammenarbeit mit modernen Druckbetrieben zeigen, wie stark sich Abläufe vereinfachen und automatisieren lassen, wenn Prozesse konsequent neu gedacht werden.

Die zentrale Frage sollte deshalb nicht lauten:

„Wo bekomme ich das Produkt günstiger?“

Viel relevanter wird:

„Wie können die Prozesse zwischen uns und den Dienstleistern insgesamt effizienter, schneller und markenkonformer gestaltet werden?“

Dadurch verändert sich langfristig auch die Rolle des Printbuyers selbst. Neben Verständnis und Anwendung klassischer Einkaufslogik gewinnen Prozessverständnis, Standardisierung und Steuerung zunehmend an Bedeutung. Wer moderne PSP-Strukturen frühzeitig versteht und integriert, kann nicht nur operative Aufwände reduzieren, sondern gleichzeitig Geschwindigkeit, Markenqualität und interne Effizienz deutlich verbessern.

Geschwindigkeit wird zum Wettbewerbsvorteil

Ein weiterer zentraler Faktor ist Geschwindigkeit. Unternehmen agieren heute deutlich dynamischer als noch vor wenigen Jahren. Kampagnenzyklen werden kürzer, Kommunikationsmaßnahmen müssen schneller verfügbar sein und Märkte reagieren zunehmend in Echtzeit.

Traditionelle Printprozesse stoßen dabei vielerorts an ihre Grenzen. Moderne, integrierte Strukturen wie zentrale Materialverwaltung, rasch und gemeinsam nutzbare Vorlagebibliotheken und automatisierte Nachbestellung ermöglichen dagegen schnellere, flexiblere Abläufe. Nicht nur operative Effizienz entsteht so, sondern echte Agilität in der Markenkommunikation.

Gerade in Filial-, Franchise- oder internationalen Unternehmensstrukturen wird diese Fähigkeit zunehmend zum Wettbewerbsvorteil. Sie verschaffen sich dadurch langfristig deutliche Vorteile.

Die Rollen werden neu definiert

Die Zukunft moderner Printservices liegt also nicht ausschließlich in besserer Produktionstechnologie, sondern vor allem in intelligent vernetzten Prozessen.

PSPs entwickeln sich zunehmend vom klassischen Lieferanten hin zum integrierten Prozesspartner. Für Printbuyer bringt das die Chance und gleichzeitig die Notwendigkeit, die Zusammenarbeit mit Printdienstleistern künftig deutlich strategischer zu denken.

Genau darin liegt vermutlich einer der größten Entwicklungsschritte der gesamten Druckbranche.

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Markus Roß (LinkedIn-Profilseite) ist Gründer und Geschäftsführer von Rossimedia. Unter seiner Leitung entwickelte sich das Unternehmen von einem klassischen Druckdienstleister hin zu einem modernen Anbieter für integrierte Marken- und Produktionslösungen. Neben dem Ausbau hochautomatisierter Produktions- und Logistikprozesse liegt sein Fokus insbesondere auf der Verbindung von Print, digitalen Plattformen und standardisierten Markenprozessen. Mit Lösungen wie der zentralen Markenplattform rossi one verfolgt er das Ziel, Beschaffungs- und Kommunikationsprozesse für Unternehmen deutlich einfacher, schneller und konsistenter zu gestalten. Zudem beschäftigt er sich intensiv mit den Auswirkungen von Automatisierung, Plattformökonomie und KI auf die Zukunft der Druck- und Werbemittelbranche.